Stiegel-Omas Natronküchlein

Vor einiger Zeit erreichte uns die Zuschrift eines Blogs, der im Rahmen eines Universitätsprojekts von jungen Menschen gestartet wurde, die es wichtig finden, den eigenen (und auch den fremden) Großmüttern und Großvätern zuzuhören. Und nicht nur das: sie wollen das Gehörte auch aufzeichnen, um es für das eigene Leben aufzubewahren und vor allem anzuwenden. Das trifft sich gut, denn schließlich ist auch „Oma bloggt Rheinhessisch” ein Projekt, dass das Wissen Älterer und Erfahrener sammelt, aufzeichnet und den Lesern des Blogs zur Nachahmung empfiehlt.

Daher streichen wir für diesen Beitrag das „Rhein” aus Rheinhessisch und präsentieren eine sommerliche Süßspeise aus dem Hessischen: Natronküchlein, deren Clou – wie der Name schon sagt – die Zugabe von Natron zum Teig ist. Nun aber schnell zum Gastbeitrag:

Herkunft und Geschichte des Rezepts

Das Rezept der Stiegel-Omas Natronküchlein hat eine lange Tradition und befindet sich mittlerweile in den Händen der 5. Generation. Die Mutter des Mannes von Oma Ernis Schwester hat es wohl erfunden. Sie wohnte in Garbenheim (einem Ortsteil von Wetzlar), genauer gesagt im Stiegel, und war bekannt als die Stiegel-Oma. Nach ihr wurde das Rezept schließlich auch benannt. Sie machte das Rezept gerne und häufig und gab es letztendlich an ihre Familie weiter. Frische Milch und Dickmilch zur Verfügung zu haben war damals nicht alltäglich. Sie hatte allerdings eine Landwirtschaft und damit den Zugang dazu. Für viele und besonders für die Kinder und Enkelkinder der Stiegel-Oma waren ihre Stiegel-Omas Natronküchlein früher immer etwas ganz Besonders, dass es nicht oft gab und auf das man sich sehr gefreut hat. Die Straße „Im Stiegel“ in dem kleinen Dörfchen Garbenheim gibt es noch heute.

Küchlein

  • ½ Pfund Mehl
  • ½ Teelöffel Natron
  • 2 Eier
  • 2 Esslöffel Zucker
  • ¼ Liter Dickmilch oder Buttermilch
  • 1 Prise Salz
  • Pflanzenöl

Vanillesoße

  • ½ Liter Milch (noch besser, wenn man einen Teil der Milch mit Sahne versetzt)
  • (Sahne)
  • 2 Teelöffel Mondamin
  • 1 Prise Vanillezucker
  • 2 Esslöffel Zucker
  • 1 Eidotter

Obst

  • Oma Ernis Empfehlung: Erdbeeren dazu oder alternativ: Kiwi oder Johannisbeeren. Traditionell wurden die Küchlein nur mit Puderzucker bestreut und auch ohne Vanillesoße gegessen.
  • Erdbeeren = 1 Pfund
  • 1 Esslöffel Zucker

Zubereitung

1. Die Vanillesoße

  1. Bei der Zubereitung der Vanillesoße muss zuerst die Milch mit dem Zucker und dem Vanillezucker auf dem Herd erhitzt werden. Oma Ernis Tipp: ¼ Liter Milch, ¼ Liter Sahne)
  2. Danach wird Mondamin dazu gerührt und der Eidotter kräftig darunter geschlagen.
  3. Anschließend alles zum Kochen bringen bis es kurz aufkocht. Dann ist es fertig.
  4. Danach abkühlen lassen und kalt servieren. (nicht in den Kühlschrank – soll nicht eisig sein)

2. Die Erdbeeren

  1. Waschen, halbieren und wie viel Zucker drauf? (Pfund Erdbeeren = ein Esslöffel Zucker)

3. Stiegel-Omas Natronküchlein

  1. Für die Küchlein werden als erstes die obengenannten Zutaten miteinander vermischt. Erst das Mehl dann die Flüssigkeit. Damit gleich Salz und Zucker dabei tun und dann rührt man die Dickmilch unter.
  2. Damit die Küchlein warm serviert werden können, werden diese erst kurz vor dem Servieren in die Pfanne getan (drei Esslöffel = ca. 1 Küchlein). Dafür musst du als erstes Pflanzenöl in der Pfanne erhitzen.
  3. Anschließend gibst du den Teig hinzu.
  4. Die Küchlein von der anderen Seite braten und noch einmal etwas Öl in die Pfanne geben, damit die Küchlein nicht anbrennen?
  5. Fertig

Die Küchlein werden getrennt von Soße und Obst serviert. Jeder darf sich dann nehmen was er möchte und die Küchlein eigenhändig dekorieren.

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